"Angesichts veränderter Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft
und im Hinblick auf künftige Herausforderungen an die Energieversorgung
ist es notwendig, eine neue Gesamtkonzeption für die zukünftige
Energiepolitik zu entwickeln. Wir beginnen deshalb den Einstieg in eine
zukunftsfähige Energiepolitik. Hierzu sind langfristige energiepolitische
Leitlinien zu entwickeln. Sie bedürfen eines umfassenden Diskurses
über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Voraussetzungen
und Auswirkungen der anstehenden Entscheidungen. Wir laden alle Beteiligten
ein, diesen Prozeß aktiv mitzugestalten."
(Dr. Werner Müller, Bundesminister für Wirtschaft)
Anknüpfungspunkt für den Energiedialog 2000 ist der auf allen
politischen Ebenen geführte Diskurs um die Gestaltung einer nachhaltigen,
zukunftsverträglichen Politik.
Vor diesem Hintergrund sollen Leitlinien des marktkonformen Wandels
zur nachhaltigen Energiewirtschaft (Strom, Wärme, Kraftstoffe)
entwickelt werden.
Die Leitlinien sollen
- die Eckpunkte eines Konzepts für eine zukunftsfähige Energiepolitik
beschreiben,
- Orientierung für energiepolitische Entscheidungen in Wirtschaft
und Politik in den kommenden Jahren sein
- und richtungsweisende Entscheidungshilfe für politikübergreifende
Felder (internationale Wettbewerbsfähigkeit, Strukturpolitik,
Beschäftigung, internationale Vereinbarungen, Forschung und Entwicklung,
etc.) geben.
Zielführende Fragen sind in diesem Zusammenhang:
- Was gehört angesichts der grundlegend veränderten Rahmenbedingungen
zu einer Energiepolitik für eine zukunftsfähige Energieversorgung?
- Wie könnte und sollte diese Energiepolitik in ihren Eckpunkten
und Leitlinien aussehen?
- Welche Instrumente können und sollten für die Realisierung
der gemeinsamen Ziele dieser Energiepolitik eingesetzt werden?
Als Themenkreise bieten sich an:
- Wie können wir ein ausreichendes Energieangebot
in Deutschland sichern?
- Wie können wir die Wettbewerbsfähigkeit deutscher
Unternehmen im Wettbewerb innerhalb Europas und weltweit gewährleisten?
- Wie können wir zu einem nachhaltigen Energieangebot
kommen?
- Wie können wir den Standort Deutschland als Standort
für Energieerzeugung und –verteilung sichern und ausbauen?
- Welche erneuerbaren Energien können am ehesten wirtschaftlich/marktgängig
den größten Beitrag leisten?
- Wohin soll der Staat Hilfen lenken?
- Welche Techniken, die heute erst am Horizont aufscheinen,
können einen Durchbruch erzielen?
Gemeinsamer Ausgangspunkt sind dabei folgende Ziele der künftigen
deutschen Energiepolitik:
1. Die sichere Versorgung mit Energie durch die Gewährleistung
eines nach Energieträgern und Bezugsquellen breit gefächerten
Energieangebots.
2. Die volkswirtschaftlich effiziente Erzeugung und Nutzung
von Energie, bei der die Preise für Energie möglichst
alle verursachten Kosten widerspiegeln, Subventionen langfristig abgebaut
werden, die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und
die unternehmerische Entscheidungsfreiheit für Investitionen
in diesen Bereich gewährleistet wird.
3. Die Umweltverträglichkeit bzw. Vermeidung von Umweltschäden
bei der Produktion, bei der Verteilung und beim Verbrauch von Energie,
insbesondere die in bezug auf den Klimaschutz eingegangenen Verpflichtungen.
Energieeinsparung und rationelle Energieverwendung sind dabei
wichtige Elemente nachhaltiger Energieversorgungsstrukturen
ebenso wie die weitere Entwicklung erneuerbarer Energien, die
in Zukunft verstärkt zur Versorgung beitragen sollen.
4. Die Nutzung des wirtschaftlichen Strukturwandels, um Deutschland
als Standort für die Erzeugung von Energie wettbewerbsfähig
zu halten und über neue Produkte und Dienstleistungen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten
zu erschließen, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu
schaffen.
- Die Notwendigkeit der Erhaltung und Stärkung einer leistungsfähigen
Verbund- und Regionalstufe ebenso wie die einer kommunalen
Versorgungsstufe, die arbeitsteilig dazu beitragen, daß
Strom und Gas jederzeit für Konsumenten und Industrie verfügbar
sind.
© Friedrich
Ebert Stiftung | Redaktion | November
1999